Die Gruppe stellt sich vor: Interview mit Pascal Müller

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Pascal Müller, 27 Jahre alt, verheiratet, von Beruf Lehrer und SR seit 15 Jahren.

Sein Heimverein ist schon immer der FV Löchgau. Pascal leitet inzwischen als Schieds-richter Spiele bis zur 3. Liga. In der 2. Bundesliga agiert er als Schiedsrichterassistent sowie als 4. Offizieller.

Hallo Pascal,

SRGLB: „Die Frage hat man Dir sicher schon oft gestellt, wie bist Du zur Schiedsrichterei gekommen?“
Pascal: „In Löchgau im Vereinsheim hing ein Info-Plakat über einen Neulingskurs. Da habe ich mich einfach angemeldet. Da ich allerdings erst zwölf Jahre alt war, musste ich die Teilnahme vorab vom damaligen Obmann Rolf Gebert genehmigen lassen.“

SRGLB: „Hast Du früher selbst Fußball gespielt?“
pascal2Pascal: „Ja, ich durfte sogar in der Bezirksauswahl Enz/Murr spielen. Da ich allerdings, als ich im ersten Jahr bei den B-Junioren spielte, bereits Aktive pfeifen durfte, musste ich mich entscheiden, ob ich mit dem Fußball oder der Schiedsrichterei aufhöre, weil sowohl die B-Junioren-Spiele als auch die Herren-Spiele sonntags stattfanden. Da mir Werner Stegmaier damals offenbarte, dass ich als Schiedsrichter weiter kommen würde als als Spieler, habe ich auf die Schiedsrichterei gesetzt – und es hat sich ausgezahlt ;-)“

SRGLB: „Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Junioren Spiel?“
Pascal: „Ja, sehr gut sogar. Das war in Murr bei den D-Junioren. Damals hat mich Werner Winners betreut. Es hat mir viel Spaß gemacht und das positive Feedback nach dem Spiel hat mich dazu motiviert, weiterhin dabei zu bleiben.“
SRGLB: „Wie aufgeregt warst Du?“
Pascal: „Leider kann ich mich daran nicht mehr genau erinnern. Das ist bereits 15 Jahre her. Allerdings gehört eine gewisse Nervosität vor jedem Spiel dazu – dadurch kann man die Konzentration besser hochfahren und auch hoch halten.“

SRGLB: „Wie ist es inzwischen Spiele in der 3. Liga zu leiten?“
Pascal: „Spiele in der 3. Liga zu leiten, ist eine große Ehre für mich. Unter den rund 70 besten Schiedsrichtern (24 Bundesliga, 20 2. Bundesliga und 22 3. Liga) von ca. 70.000 zu sein, ist eine große Auszeichnung. Jedes Spiel ist eine
Herausforderung und eine Freude zugleich. In einem Stadion vor mehreren tausend Zuschauern ein Spiel leiten zu dürfen, ist für mich eines der schönsten Dinge die es gibt.“

 

SRGLB: „Wie aufgeregt bist Du vor einem 3.Liga Spiel?“
Pascal: „Tatsächlich würde ich es fokussiert nennen. Wie gesagt, eine gewisse Nervosität gehört dazu, man sollte aber in seine Stärken und Fähigkeiten vertrauen und dann konzentriert und selbstbewusst einlaufen. Die Körpersprache eines Schiedsrichters hinterlässt bereits den ersten Eindruck und für diesen gibt es bekanntermaßen keine zweite Chance.“

 

SRGLB: „Was war Dein persönliches Highlight als Schiedsrichter?“
Pascal: „Es gibt für mich nicht das eine Highlight. Es ist tatsächlich Woche für Woche ein Highlight in den Stadien der 2. und 3. Liga unterwegs sein zu dürfen. Ich hoffe und gebe alles dafür, dass ich noch viele Jahre dabei sein darf.“

SRGLB: „Du giltst als sehr ehrgeizig und zielstrebig. Was sind Deine sportlichen Ziele?“
Pascal: „Ziele habe ich natürlich 😉 In der Schiedsrichterei ist aber so vieles unberechenbar, dass ich immer auf das nächste Spiel schaue und versuche, dieses möglichst fehlerfrei zu leiten oder zu assistieren. Am Ende jeder Saison wird man dann sehen, wozu es reicht.“

SRGLB: „Wie häufig trainierst Du, um den Anforderungen der 3.Liga gerecht                     zu werden?“
Pascal: „Ich trainiere sehr häufig. 2-3 mal pro Woche trainiere ich im Fitnessstudio Kraft und 1-2 mal pro Woche Ausdauer – entweder auf dem Fahrrad oder in Form eines Intervalltrainings bzw. Dauerlaufs. Dazu kommen noch Behandlungen bei Physio-Therapeuten, um entsprechend auch regenerieren zu können und natürlich noch die Spiele am Wochenende.“

SRGLB: „Muss man als SR ein besonders dickes Fell haben (man darf sich ja so einiges von außen anhören)?“
Pascal: „Ich bin fest davon überzeugt, dass man auf dem Platz schauen muss, dass man das Spiel ordentlich leitet. Wenn man die Spieler `auf seiner Seite hat`, dann wird selten von außen was hineingetragen. Dennoch muss man kritikfähig sein und sich vor allem auch von erfahrenen Kollegen oder Beobachtern den einen oder anderen Tipp geben lassen.“

 

SRGLB: „Wie viel Freizeit bleibt Dir zwischen Deinem Beruf und Deinem Hobby?“
Pascal: „Im Grunde nimmt mein Hobby fast die gesamte Freizeit in Anspruch. Wenn ich abends dann Fußball vor dem Fernseher schaue, gilt mein Blick selbstverständlich ausschließlich den Kollegen, die gerade aktiv sind. Das gehört unvermeidlich mit dazu.“

SRGLB: „Was tust Du in Deiner Freizeit, wenn Du nicht als Schiedsrichter unterwegs                          bist?“
Pascal: „Ich reise oder unternehme gerne was mit meiner Frau oder ich schaue Fußball 😉
Außerdem steht bald Nachwuchs an, worauf wir uns sehr freuen, dann werde ich meine Freizeitgestaltung selbstverständlich auch nach meiner Tochter richten ;-)“

SRGLB: „Welchen Tipp hast Du für unsere jungen Schiedsrichter?“

Pascal:
„Tipp 1: Absolute Fitness! Aber immer daran denken: gute Leichtathleten sind noch lange keine guten Schiedsrichter.
Tipp 2: In jeder Situation auf alles vorbereitet sein, denn wer überrascht wird, macht Fehler. Man muss mit dem Kopf, immer einen Schritt weiter sein als die Spieler.
Tipp 3: Spaß und Freude haben, bei dem was man macht, denn nur dann kann man es auch gut machen! Mit anderen Worten ´hungrig sein´!“

Danke Pascal und viel Erfolg bei Deinen Spielleitungen!

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